Neugotischer Bildstock
Links neben der Rimbacher Strasse im Ortsteil Hammelbach, schräg gegenüber von Haus Nummer 17 steht ein vermutlich neugotischer, Bildstock. Er ist überreich mit gotischen Schmuckformen verziert. Der spitzwinklige Giebel ist mit sogenannten “Krabben” bestückt. Im Giebel ist in einem kreisförmigen Medaillon das Lamm eingehauen. Auf der Spitze des Giebels und an den Traufen sind “Fialen” angebracht, die im Abschluss mit Kreuzblumen bestückt sind. Im Mittelpunkt des Bildstockes befindet sich eine vergitterte Nische mit der Figur des “Guten Hirten”. Umrahmt ist die Nische von einem ein gotischen Fenstermasswerk mit geschlossener Rosette. Im Fuss des Bildstockes ist der Spruch eingehauen:
Der Herr sei unser Hirt,
er führe alle die vorübergehen,
auf gute Wege.
Es stellt sich hier die Frage, wer diesen Bildstock errichten ließ, da er einen gänzlich anderen Stil aufweist als die uns bekannten odenwälder Bildstöcke. Der Kirchenmaler Eugen Heller aus Mannheim hatte sich kurz vor dem Krieg hier in der Rimbacher Strasse ein kleines Anwesen gekauft. Nach dem Krieg waren er und der katholische Pfarrer von Hammelbach Dr. Bang-Kaup, der Denkmalpfleger der Diözese Mainz war, an der Restaurierung des romanischen Kaiserdomes in Speyer beteiligt. Der Dom wurde damals von stilfremden Teilen befreit. Dieser Bildstock fiel ebenfalls der Säuberung zum Opfer. Eugen Heller und Pfarrer Bang-Kaup brachten ihn nach Hammelbach und stellten ihn gegenüber von Hellers Anwesen, auf seinem Grundstück auf.


neugothischer Bildstock in Hammelbach



